Es gibt Erfahrungen im Leben, die sich tief im Körper festsetzen.
Mein Trauma ist nicht nur eine Erinnerungen meinem Kopf, es ist in meinem Körpergedächtnis abgespeichert und zeigt sich durch Anspannungen, Angst, Panik und Dissoziationen. Nähe und Berührungen durch fremde Menschen haben sich immer gefährlich angefühlt.
Massagen waren für mich erforderlich, da meine Verspannungen oft zu Schmerzen und Schwindel geführt haben, jedoch war es eine enorme Überwindung mich anfassen zu lassen. Ich habe mich bei den ersten Behandlungen beobachtet und festgestellt, dass sich das Ganze bedrohlich anfühlt und ich, so wie eigentlich
immer im Beisein von anderen Menschen, in einer totalen Hab-Acht-Stellung festhänge.
Da sich meine Verspannungen und die Folgesymptome jedoch enorm verbessert haben, wollte ich mich Schritt für Schritt mehr darauf einlassen können. Was ich dabei gelernt habe, hat mein Leben verbessert.
Der Körper vergisst nicht.
Obwohl ich ein Bindungsbedürfnis habe, bedeutete Nähe immer Stress. Der Drang immer auf mögliche Gefahren achten zu und die Kontrolle behalten zu müssen, ist unglaublich erschöpfend und schafft in zwischenmenschlichen Beziehungen immer Überforderung.
… manchmal war mein Nervensystem so überreizt, dass selbst mein Sohn mich nicht anfassen konnte ohne das ich Panikgefühle bekam.
Durch Massagen habe ich gelernt meinen Körper wieder wahrzunehmen – nicht als etwas, das ständig Alarm schlägt, sondern als etwas, das sich auch sicher und ruhig fühlen darf.
Berührungen neu erleben.
Ein entscheidender Punkt war das Verinnerlichen dessen, das Berührung klar, respektvoll und sicher sein kann. Grenzen und Stopp können in sicherem Rahmen kommuniziert werden und bieten Raum um genau diese Kommunikation zu üben.
Mit der Zeit hat mein Körper gelernt sich zu entspannen und zu speichern, dass nicht jede Berührung eine potenzielle Gefahr ist und nicht jeder Mensch Grenzen überschreitet.
…die Erkenntnis kam nicht über Worte, sondern über das wiederholte Erleben von
Sicherheit.
Heilung passiert nicht nur im Kopf.
Therapie und Gespräche sind super wichtig, aber für mich war die körperliche Erfahrung ein Puzzleteil. Massagen haben mir geholfen wieder Vertrauen zu entwickeln, in andere Menschen und in meinen Körper.
Heilung ist kein gerader Weg. Sie ist leise, langsam und manchmal kaum sichtbar. Doch Massagen waren für mich ein Schlüssel um meinem Körper zu zeigen, dass die Vergangenheit vorbei ist.
Fazit:
Berührung kann heilen.
Menschen sind nicht automatisch eine Gefahr.
Mein Körper darf sich sicher fühlen.